Sir Peter Ustinov


 

 

Der Brite Sir Peter Alexander Baron von Ustinov, CBE, (* 16. April1921 in Swiss Cottage, Camden, London; † 28. März 2004 in Genolier, Kanton Waadt, Schweiz). Seine Mutter Nadeschda (Nadia) Leontjewna Benois (1896–1975), eine Bühnenbildnerin, Kostümzeichnerin und Tochter des russischen Architekten Leonti Benois, der seinerseits französische Vorfahren hatte.  

Jona Baron von Ustinov der Vater von Sir Peter  war ein deutscher Jornalist und Diplomat mit russischen Wurzeln.

Die Familie Ustinov war schon von je her mulikulturell. So finden sich russisch, italienisch, schweizer, französich, osmanisch und deutsche Vorfahren in der langen Ahnenreihe. Sir Peter wuchs viersprachig auf, er sprach zwölf Sprachen davon sechs Sprachen fließend unter anderem auch Deutsch. 

Er war ein begnadeter Charakterschauspieler, Literat und Botschafter. Schon früh zeigte der ernsthafte Schauspieler auch ein Talent für komische Rollen.

1940 heiratete der aufstrebende Schauspieler die Schauspielerin Isolde Denham, die Tochter von Regunald Denham (Regiseur, Autor, Schauspieler, Produzent) und Moyna MacGill (Schauspielerin). Sie war die Halbschwester der berühmten Schauspielerin Angela Lansbury (Mord ist ihr Hobby).

Die Ustinov Tochter Tamara wurde ebenfalls Schauspielerin . Nach zehn Jahren 1950 wurde die Ehe geschieden.

1954 heiratete der Schauspieler, die Schauspielerin Suzanne Cloutier diese Ehe hielt bis 1971. Zusammen zeugten sie drei Kinder, Pavla, Igor und Andrea.

1955 stand er an der Seite von Humphrey Bogart in "Wir sind keine Engel". Im selben Jahr spielte er zudem in "Lola Montez"; die Darstellung bezeichnete er selbst als seine beste in seiner gesamten Filmkarriere. Doch den ersten Höhepunkt der Anerkennung durch die Filmindustrie erhielt er 1960 mit dem Oscar als Bester Nebendarsteller für seine Rolle als Sklavenhändler und Vorsteher der Gladiatorenschule Lentulus Batiatus in Stanley Kubrick's Spartacus.

1961 schrieb Peter Ustinov die Ost-West-Satire Romanoff and Juliet. Auf seine Rolle als Captain Vere im Abenteuerfilm Billy Budd von 1962 folgte der zweite Academy Award als Bester Nebendarsteller für seine Leistung als feiger Ganove Arthur Simpson im Agententhriller Topkapi von 1964.

1963 stieg Peter Ustinov aus dem Film "The Pink Panther" aus und wurde deshalb von der Mirisch Company verklagt. Ustinov wurde durch Peter Sellers ersetzt, der so zur Rolle seines Lebens fand.

Von 1968 an bis zu seinem Tod war Peter Ustinov als Goodwill Ambassador für das Kinderhilfswerk UNICEF weltweit unterwegs.

1971 inszenierte das Multitalent die Zauberflöte in Hamburg. Weitere Operninszenierungen folgten u.a. in Berlin, Edinburgh, Paris und Salzburg.

1972 heiratete Peter Ustinov zum dritten Mal. Die Glückliche war für einmal keine Schauspielerin, sondern die Schriftstellerin Hélène du Lau d'Allemans, mit der er bis zu seinem Lebensende in seinem Haus in Bursin in der Nähe von Genf zusammen lebte.

1977 spielte Peter Ustinov in Agatha Christies Tod auf dem Nil erstmals in seiner Paraderolle als Hercule Poirot. Das Böse unter der Sonne (1982), Mord à la carte (1985) Tötliche Parties (1986), Mord mit verteilten Rollen (1986) und Rendezvous mit einer Leiche (1988) sind weitere Filme, in denen er als belgischer Meisterdetektiv unterwegs war. Leider floss immer mehr Peter Ustinov in die Rolle von Herkule Poirot, so dass man ihn für weitere Poirot Projekte ausschloss.

1990 reiste er In 80 Tagen um die Welt, in einer eher faden Umsetzung von Jules Vernes Stoff mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle. 

Nachdem Peter Ustinov bereits 1975 zum Companion of the Order of the British Empire (CBE) ernannt worden war, erhob ihn Queen Elizabeth II. 1990 in den Adelsstand, weshalb fortan von Sir Peter Ustinov die Rede war. - Der so Geehrte hatte allerdings zeitlebens ein gespanntes Verhältnis zu den Briten. Die Franzosen ihrerseits ernannten Peter Ustinov 1985 zum Commandeur des Arts et des Lettres.

2001 begeisterte der geborene Conférencier die Fernsehzuschauer nicht zuletzt mit seinen Anekdoten anlässlich der ZDF-Gala zu seinem 80. Geburtstag. Für seine Fernsehauftritte wurde er übrigens dreimal mit einem Emmy Award ausgezeichnet.

Neben seinen Filmrollen, Drehbüchern, der Arbeit als Opern- und Film-Regisseur sowie als Produzent hat Peter Ustinov über zwanzig Theaterstücke sowie rund ein Dutzend Romane und Erzählbände geschrieben. Einen ersten Erfolg erzielte er mit The Love of Four Colonels 1951. Seine Autobiografie Dear Me erschien 1977. Der Roman Der Alte Mann und Mr. Smith wurde 1991 im deutschsprachigen Raum gar zu einem Bestseller. 1998 erschien Monsieur René auf deutsch (allerdings kein Meisterwerk).

Peter Ustinovs letzte Arbeit vor der Kamera konnte man 2004, in den Schweizer Kinos bewundern. Er stellte den sächsischen Kurfürsten Friedrich der Weise im Film Luther dar.

Ab 1992 war Peter Ustinov Chancellor der University of Durham. Dort sowie in Budapest entstanden 2000 Institute für Vorurteilsforschung. Im August 2003 gründete die Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Stadt das Sir Peter Ustinov Institut. Der Namensgeber hielt zum Thema übrigens nicht nur Vorträge, sondern widmete ihm auch sein letztes Buch: Achtung! Vorurteile

Der an schwerer Diabetes leidende Sir Peter Ustinov war zuletzt auf den Rollstuhl angewiesen. Er verstarb am 28. März 2004, zwei Wochen vor seinem 83. Geburtstag, in einer Klinik in Genolier in der Nähe seines jahrzehntelangen Wohnortes Bursin bei Genf.

Er brillierte in sechs Verfilmungen von Agatha Christie
 

  • Tod auf dem Nil
  • Das Böse unter der Sonne
  • Rendezvous mit einer Leiche
  • Tödliche Parties (Originaltitel: Murder in Three Acts)
  • 13 bei Tisch (Mord mit verteilten Rollen)
  • Mord a la Carte
Merkwürdeiger Weise glauben viele Sir Peter Ustinov hätte auch in "Mord im Orient Express" 1974 den Poirot gespielt, dem ist aber nicht so.
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