Horst Bollmann

 

 
Horst Bollmann und Ulli Phillipp 1973 in Black Coffee (Schauspiel)

Horst Bollmann (* 11. Februar 1925 in Dessau, † 7. Juli 2014 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Der Sohn eines Verwaltungsdirektors wuchs in Siegen auf und legte dort 1943 am Gymnasium „Am Löhrtor“ sein Abitur ab. Es folgten zwei Jahre Kriegseinsatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg besuchte er von 1946 bis 1949 die renommierte „Folkwang-Schule“ in Essen, wo er auch sein Theaterdebüt gab. Engagements in Mannheim und Berlin folgten. Bollmann wurde 1959 von Boleslaw Barlog an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin engagiert, wo er bis 1988 Ensemblemitglied war. Daneben spielte Bollmann, der 1970 zum Berliner Staatsschauspieler ernannt wurde, auch an Kleinkunstbühnen. Einige seiner berühmtesten Theaterrollen hatte er unter der Regie von Samuel Beckett in dessen Stücken am Berliner Schillertheater. Seine spezielle Körperhaltung als Diener in Becketts Endspiel ging als „Bollmann-Haltung“ in die Theatergeschichte ein.

Seit 1960 arbeitete Bollmann zudem bei Film und Fernsehen. Seine erste große Rolle war die Titelfigur in Bernhard Wickis „Das Wunder des Malachias“ (1961). Populär wurde Bollmann als Kommissar in dem Durbridge-Mehrteiler „Wie ein Blitz" (1970) wie auch durch die Rolle des Felix Unger neben Heinz Baumann in der Serie Felix und Oskar (1980),

1973 spielte er die Rolle des belgischen Detektiv Hercule Poirot in Black Coffee. 

In der deutschen Version des amerikanischen Erfolges „Ein seltsames Paar“ (The Odd Couple) von Neil Simon (im Kino von Jack Lemmon, im Fernsehen später von Tony Randall dargestellt). 

Insgesamt in fünf Filmen der Krimiserie Tatort trat Bollmann als federführender Ermittler auf, in drei Folgen als Oberstleutnant Delius des MAD und in zwei Folgen als Hauptkommissar Brandenburg aus München. Die Figur des Oberstleutnant Delius verkörperte er zudem in einer Tatort-Folge um Kommissar Brammer (Knut Hinz) aus dem Jahr 1977.

Seit 1993 war Bollmann in insgesamt vier Folgen Das Traumschiff zu sehen. 

Daneben war Bollmann auch als Sprecher in Hörspielen aktiv. So lieh er seine Stimme unter anderen Bilbo Beutlin in der WDR-Produktion von J. R. R. Tolkiens Der Hobbit.

Bollmann war mit seiner Kollegin Hetty Jockenhöfer verheiratet. Seit seinem Weggang von den Staatlichen Schauspielbühnen 1988 war Horst Bollmann freischaffend als Schauspieler tätig.

Der Schauspieler verstarb am 7. Juli 2014 nach langer und schwerer Krankheit in Berlin. Horst Bollmann wurde auf dem III. Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße der Stadt im Ortsteil Friedenau beigesetzt.


Filmografie (Auswahl)

1961: Das Wunder des Malachias

1967: Jacobowsky und der Oberst

1967: Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski

1970: Wie ein Blitz

1973: Black Coffee (Hercule Poirot)

1977: Tatort: Das stille Geschäft

1979: Was wären wir ohne uns (4 Folgen)

1979: Tatort: Freund Gregor

1980: Felix und Oskar (6 Folgen)

1983: Tatort: Der Schläfer

1985: Tatort: Baranskis Geschäft

1987: Wer erschoss Boro?

1987: Derrick: Absoluter Wahnsinn

1988: Tatort: Programmiert auf Mord

1989: Tatort: Bier vom Faß

1990: Heidi und Erni (Fernsehserie)

1995: Tatort: Endstation

1998: Edgar Wallace – Whiteface

2002: Das Traumschiff - Thailand

Quelle: Wikipedia

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