Die späten Jahre


 

Nach der Scheidung 1928 wollte Agatha Christie nur noch die Welt bereisen. Sie fuhr also mit dem Zug nach Dover, setzte mit einer Fähre nach Calais über und nahm den "Orient-Express" nach Istanbul. Die drei Tage dauende die 3300 km lange Bahnreise. Nach der Übernachtung in einem türkischen Hotel reiste sie mit dem "Taurus-Express" weiter nach Bagdad. Es gab auf dieser Strecke noch keine durchgehende Zugverbindung. Für einige Streckenabschnitte musste auf Busse umgestiegen werden.

Anfang 1929 verkaufte sie Styles und zog mit Tochter und Privatsekretärin nach Chelsea. Dort beherbergte sie im Sommer das Archäologen-Ehepaar Leonard und Katherine Woolley, die sie dafür nach Ur einluden. 

Im Februar 1930 reiste sie erneut nach Bagdad und von dort nach Ur, wo die 39-Jährige, Leonard Woolleys 14 Jahre jüngeren wissenschaftlichen Mitarbeiter Sir Max Edgar Lucien Mallowan CBE (* 6. Mai 1904 in London; † 19. August 1978 in WallingfordEngland)  kennen lernte, der sie auf Exkursionen im Orient und nach Griechenland begleitete. 
In Athen erhielt Agatha Christie die telegrafische Mitteilung, Rosalind sei an einer Lungenentzündung erkrankt. Sie eilte zum Reisebüro, verstauchte sich dabei in der Aufregung einen Knöchel, und kehrte nach 
England zurück. 
Glücklicherweise hatte sich Rosalind schon wieder etwas erholt, als sie in London eintraf, wo das zehnjährige Mädchen von seiner Tante Mage gepflegt wurde.


Max Mallowan war bis Paris 
mitgekommen und begann dann 
vorübergehend im British Museum in London 
zu arbeiten. 
Am 11. September 1930 
heirateten er und Agatha Christie. 
Aber am 15. Oktober musste er wieder 
bei Leonard Woolley in Ur sein.
 
Seine Frau besuchte ihn im Frühjahr 1931. Max Mallowan beendete seine Mitarbeit bei den Ausgrabungen in Ur und reiste mit ihr durch Persien und die Sowjetunion. Dann begann er mit dem Archäologen Reginald Campbell Thompson in Ninive zu arbeiten. Von da an verbrachte Agatha Christie jedes Jahr einige Monate mit ihrem Mann in Ninive und die übrige Zeit in London.

Im Zweiten Weltkrieg betätigte Max Mallowan sich als Nahost-Experte in Kairo, während Agatha Christie freiwillig in einem Krankenhaus in London half. Vier Jahre lang konnten sie nur Briefe wechseln. Aber im Mai 1945 kehrte Max Mallowan aus Ägypten zurück. Von 1949 bis 1958 grub er im Auftrag der Universität London in Nimrud.

Unter dem Titel "Three Blind Mice" (Drei blinde Mäuse) sendete die BBC am 26. Mai 1947 ein halbstündiges Hörspiel von Agatha Christie. Daraus machte sie später ein Bühnenstück mit dem Titel "The Mousetrap" ("Die Mausefalle"), das am 25. November 1952 uraufgeführt wurde. Mit 20.000 Vorstellungen bis zum 16. November 2000 gilt "The Mousetrap" als eines der erfolgreichsten Theaterstücke weltweit.

1956 erhielt Agatha Christie den Orden des Britischen Weltreichs, fünf Jahre später verlieh ihr die Universität Exeter die Ehrendoktorwürde. 
Ihr Ehemann Max wird 1968 für seine Verdienste auf dem Gebiet der Archäologie in den Ritterstand erhoben.
1971 wurde Agatha Christie zur "Dame Commander of the British Empire" ernannt.

Ein Schlaganfall beendete 1973 die Schriftstellerkarriere Agatha Christies. Im selben Jahr hatte die "Mausefalle" ihr 21. Bühnenjubiläum. Agatha Christie war als Ehrengast geingeladen, das Jubiläum wurde gebührend mit vielen geladenen Gästen gefeiert.

Ihren letzten Auftritt in der Öffentlichkeit hatte Agatha Christie bei der 
Kinopremiere von "Mord im Orientexpress" 1974. Bei dieser Filmpremiere waren auch die Queen und einige Angehörige des Königshauses anwesend.

Am 12. Januar 1976 starb Dame Agatha Christie im Alter von 85 Jahren in Winterbrook House im Ort Wallingford, Grafschaft Oxfordshire an einem Schlaganfall. Die Beisetzung fand am 16. Januar 1976 statt. Ihr Grab befindet sich auf dem nahegelegenen Friedhof St Mary’s in Cholsey.

Postum erschien 1977 Christies Autobiografie "Meine gute alte Zeit" (engl. An Autobiography), die größtenteils in den Jahren 1950 bis 1965 entstand, sich aber vor allem auf ihre Kindheit und Jugend bezieht.

Die Biografie von Janet Morgan kann als Ergänzung zu ihrer Autobiografie  betrachtet werden. Rosalind Hicks die Tochter  bat Mrs. Morgan, eine autorisierte Biografie über ihre Mutter zu verfassen. 

1977 heiratete Max Mallowan, Barbara Parker, eine Archäologin und langjährige Mitarbeiterin bei seinen Grabungen.

Am 19. August 1978 starb er an einem Herzanfall.

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