Der Enkel Mathew Prichard

 



Mathew Prichard der am 21. September 1943 geborene Sohn von Rosalind Hicks ist der einzige Enkel von Agatha Christie. Er führt den Vorsitz über die britische Gesellschaft, die das Werk Agatha Christies verwaltet.

Die "Agatha Christie Ltd Trust" kümmert sich um die Vermarktung und auch Neubearbeitung ihrer Werke.

Mathew verbrachte als Kind seine Ferien gern im großen Landhaus seiner Großmutter mit dem Namen "Greenway" an der Küste von Devon. Im Oktober 1949 heiratete Rosalind verw. Prichard geb. Christie den Juristen und Orientologen Anthony Hicks. 

Merkwürdig sagt Mathew, dass er in über 80 Büchern seiner Großmutter nicht vorkommt. Aber so sagt er auch, die Familie sei ihr heilig gewesen und privates gehöre nicht in einen Kriminalroman und somit an die Öffentlichkeit.

Doch trotz, oder gerade wegen, ihrer Zurückhaltung birgt das Privatleben der Schriftstellerin  seit ihrem Tod 1976 eine endlose Faszination . So trug Mathew Briefe und Reiseberichte zusammen und verfasste alles in einem Buch.
Die Briefe lagen viele Jahre sicher in Kisten verstaut im Haus von Agatha Christie "Greenway" in Devon. Als Rosalind, seine Mutter am 28. Oktober 2004 starb, sein Vater fiel bei der Landung in der Normandie 1944 da war Mathew noch ein Baby, war er sich sicher, dass er das Material für ein Buch verwenden wollte. 

Die Briefe bieten fast den einzigen Hinweis auf die rätselhaftesten Episode in Agatha's eigenem Leben - die zum Scheitern verurteilte Ehe mit Archie Christie. 

Mathew hatte, obwohl Archie Christie erst 1962 starb kein Kontakt zu seinem Großvater. Der Kontakt blieb aus, da Archie Christie in zweiter Ehe mit Nancy Neale verheiratet war. Die zehn Jahre jüngere Frau hielt gern Abstand zu der ersten Familie ihres Mannes.

Auch Agatha Christie die es Archie übel nahm dass er sie und Rosalind verlassen hatte, hatte es wohl auch nicht gern gesehen, wenn sich Vater und Tochter trafen. Verhindern konnte sie es allerdings nicht.
Der Stachel des Ehebruches saß tief und stach noch viele Jahre.

So erklärte sich auch das elftägige Verschwinden. Es sollte eine Art Denkzettel an Archie gerichtet, gewesen zu sein. Denn Agatha hoffte, man würde sie für tot halten und Archie würde an diesem Tod die Schuld tragen und dafür büßen. 

"Es ist sicherlich sehr ungewöhnlich für ein Kind seinen Großvater nie zu treffen."

 Im Buch wird schnell klar wie unterschiedlich Agatha und Archie waren. Seine Briefe sind kurz, ziemlich formal und auf den Punkt. Ihre Briefe sind lang, überschwänglich und voller bunter Beschreibungen von wo sie waren und was sie taten. Sie reisten nach Süd-Afrika, Australien, Honolulu und Kanada, Agatha entdeckte ihre neue Liebe zum Reisen. Agatha entdeckt das Sufen für sich und ist somit wohl die erste Britin auf einem Surfbrett.

Sie treffen Major Belcher und Nancy Neele, Agatha beschreibt ihn als unangenehmen Zeitgenossen der alles und jeden durcheinander bringt.
"Belcher erscheint als Sir Eustace Hausierer in 1924 Buch "Der Mann im braunen Anzug " Mathew hat gute Erinnerungen an seine Großmutter, die, so sagt er, sei "der beste Zuhörer, den ich je gekannt habe." 
"Wir verbrachten viel Zeit mit meiner Großmutter, die ich Nima nannte "."Wir hatten lange, schöne Sommer in "Greenway" mit ihr und Max, ihrem zweiten Mann.

Sie war immer sehr couragiert und sehr großzügig. Sie war eine unersättliche Leserin, und eine große Theater- und der Opernliebhaberin, und sie hat mich wirklich ermutigt mich auch dafür zu interessieren, auch - glaube ich , habe ich eine große Liebe zu Musik und Oper von ihr geerbt. "Agatha", so sagt er, "hätte nie, von sich gesagt, dass sie ein großes literarisches Talent war."
Sie behauptete, niemals ein große Schriftstellerin zu sein.

Im Mai 1967 heiratet Mathew, Angela Maples.

"Nach Oxford arbeitete ich für für eine Weile bei Penguin Verlag. Dann verschlechterte sich Agathas Gesundheit und wir dachten, es wäre für das Familiengeschäft gut, wenn ich die Geschäfte übernehme." Mathew sieht es als Glück, in der Lage zu sein seine Arbeit und sein Leben,  seiner Großmutter zu widmen. Er ärgere sich nicht darüber, dass die Menschen ihn immer mit Agatha Christie vergleichen.

"Gelegentlich  hört man jemanden sagen, 'das ist Agatha Christies Enkel'", sagt er. "Und die eine Sache, können Sie garantieren, niemand sagt als nächstes:" Wer ist sie? '"Es sei eine herrliche Ironie, so Mathew, dass eine Frau, die so gut wie nie Interviews gab, und die nicht auf eine einzige Signierstunde gehen wollte, der meistgelesene Autor in der Welt, abgesehen von Shakespeare und den Schriftgelehrten des Alten und Neuen Testaments, wurde. Die Christie-Dynastie läuft weiter: Agatha ist so beliebt wie eh und je.
Mathew's Sohn James wird irgendwann seinen Platz einzunehmen, er ist auf dem besten Weg dahin.. 

Sie setzte ein Zeichen und sicherte sich so ihren Platz in der Geschichte: der belgische Detektiv Hercule Poirot und die klugen, untertriebe Miss Marple. 

Vielleicht die ergreifendste Entdeckung für Mathew war, dass das Agatha, die 1922 rund um die Welt reiste, eine andere Frau war als die Großmutter die erkannte. "Sie war viel lauter und hatte mehr zuversicht in den Tag", sagt er. 

"Auf einem der Schiffe, zum Beispiel sang sie in der Öffentlichkeit. Und sie brachte den Mut auf und traf die große Entscheidung, wegzugehen und ihre Tochter für 10 Monate allein zu lassen." Es ist schwer, sich von dem Gedanken zu lösen, dass Archie's Weggang Agatha sehr verändert hat und sie nie wieder so unbeschwerte Gedanken hatte wie vor der Scheidung. 

"Das Scheiben war ihre Rettungsleine, vor allem in den Zeiten der großen Trauer."
Wenn also das Privatleben nicht so turbulent mit allen Höhen und Tiefen gewesen wäre, würden vermutlich auch nicht so viele Bücher von Agatha Christie in den Bücherregalen der Welt stehen.

Und vielleicht, wenn Archie sie nicht so hintergangen hätte, hätte sie sich den Charakter ihrer Figuren auch nicht so hintertrieben und böse vorstellen können.
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